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Weiler Zeitung vom 18.Dezember 2019

Programm ist gut gefüllt
Jahresschlussfeier

Der Weiler Schwarzwaldverein ließ das Vereinsjahr ausklingen. Foto: zVg

Rund 70 Personen haben an der Jahresabschlussfeier des Schwarzwaldvereins Weil am Rhein teilgenommen. Vorsitzende Rosemarie Lange bedankte sich für die aktive Teilnahme und Gestaltung des Vereinslebens im vergangenen Jahr.

Fast alle Wanderungen konnten durchgeführt werden. Auch im kommenden Jahr ist das Programm gut gefüllt. Es wird zwei Wanderwochen geben, eine Anfang März auf Mallorca und Anfang Mai geht es in das Altmühltal. Daneben stehen Werktags-, Wochenendwanderungen und Radtouren auf dem Programm. Das Jahresprogramm 2020 wird in Kürze bei der Tourist-Info, der Stadt, der Sparkasse und dem Schuhmacher Stengel in Weil ausgelegt.

Für den Naturschutz

Einen Streifzug durch das Wanderjahr und einen Rückblick auf Wanderungen der Jahre 2001 bis 2003 machte Hermann Künzig. Er stellte auch die Einsätze der Naturschutzgruppe mit dem Projekt „Biene Maja“ vor. Die angelegte Blumenwiese am Tüllinger hat sich hervorragend entwickelt. Nicht so die Projekte am Friedhof und an der Stettinerstraße. Auf beiden Flächen hatten sich Unkräuter eingeschlichen, die überhand nahmen und den Blumen die Lebensgrundlage entzogen, so dass sie sich nicht entwickeln konnten. Die Herkunft des Unkrauts ist ungewiss. Unabhängig davon wird 2020 ein neuer Versuch gestartet.

Den Wanderführern und Wegewarten wurde für ihren Einsatz gedankt und sie wurden mit einem Weinpräsent bedacht.

Zum Abschluss wurde noch das alemannische Weihnachtsgedicht „Wiehnachts-Liechter“ vom „Breite Lieseli“ vorgetragen. Die Feier klang bei einem gemütlichen Beisammensein aus.

Badische Zeitung vom 26. Februar 2020

Wanderführer gesucht

Von Ingrid Lafille

Der Schwarzwaldverein bietet ein vielfältiges Wanderangebot, braucht aber dringend neue Helfer.

JHV 2020Rosemarie Lange ehrte Philipp Schmid, Andreas Schneucker, Rosemarie Bernstein und Fritz Walter in Vertretung von Konrad Walter. Foto: Ingrid Lafille

WEIL AM RHEIN. Sorgen bereitet dem Weiler Schwarzwaldverein die zu geringe Anzahl an Wanderführern. Das wurde bei der Hauptversammlung deutlich. "80 Prozent aller Touren führen nur fünf Velo- und Wanderführer durch. Um das bisherige Angebot aufrechtzuerhalten, benötigen wir dringend weitere Wanderführer", berichtete die Vorsitzende Rosemarie Lange.

Im Gemeindesaal St. Peter und Paul ging Lange auf Aktivitäten des vergangenen Jahres ein. Wanderwart Hansjörg Aleth informierte über die angebotenen Wanderungen. Vor allem die Wanderwochen auf Teneriffa und im Allgäu fanden großen Anklang. Insgesamt beteiligten sich 925 Teilnehmer an 43 Halbtags- oder Tagestouren und legten dabei 403 Kilometer zurück. Antonia Duttenhöfer war 38 Mal dabei, gefolgt von Rosemarie Lange, Hansjörg Aleth und Regina Heublein. 15 Mal geschafft haben es die Neulinge Sonja Klossek und Brigitte Warken.

Um das Wegenetz und die Wartungsarbeiten kümmerte sich Otto Imgrund, der eine beeindruckende Statistik mitgebracht hatte. Mit seiner Gruppe hat er ein Gebiet von 90,25 Quadratkilometern mit 79 Wegweiser-Standorten zu betreuen. Dazu gehören Weil am Rhein, Fischingen, Binzen, Eimeldingen und Schallbach. Sein Dank galt neben den Helfern seiner Gruppe auch der Bergwacht Istein, die die Betreuung der Wege in Istein und Efringen-Kirchen übernommen hat. Otto Imgrund ist gleichzeitig Naturschutzwart und beteiligte sich an 30 Aktionen und Exkursionen mit Nabu, Petite Camargue Alsacienne und Truz.

Ehrenvorsitzender und Naturschutzwart Hermann Künzig berichtete über die Projekte, die seine Gruppe begleitet hat. So wurden von Hand 500 Blumentütchen für Balkongärtner angefertigt und kostenlos abgegeben, um Bienen und Insekten anzulocken. Die Bienenweide am Tüllinger wurde mit einer Wildblumen- und Grassaat eingesät und bot von Juni bis September ein reiches Nahrungsangebot.

Weniger glücklich verlief die Aktion "Biene Maja" am Friedhof und an der Stettiner Straße. Dort wurden auf 1000 Quadratmetern Wildblumen ausgesät, jedoch bald von aufkeimendem Ramtillkraut überwuchert und erstickt. Erfreulich war dagegen, dass das Sundgauhaus beim Truz für das Projekt "Grünes Klassenzimmer" neu hergerichtet werden konnte. Die Stadt übernahm die Kosten.

Velotourenwart Roland Christ erinnerte an eine Viertagestour über Rottweil, Rottenburg, Nagold, Pforzheim und Besigheim sowie die Fahrt mit Uli Siemann nach Porrentruy. Der Kassenbericht von Peter Lange fand einhellige Zustimmung.

Die aktualisierte Satzungsänderung wurde von Roland Christ vorgestellt. Sie sieht vor, dass nunmehr jede Ortsgruppe einen Verein bildet, der sich unter dem Dach des Schwarzwaldvereins mit Sitz in Freiburg um die Förderung von Regionalität und Nachhaltigkeit, Denkmalschutz, Heimatpflege, sportliche Aktivitäten und Projekte kümmert. Die Mitglieder des Ortsvereins sind jetzt mittelbare Mitglieder im Gesamtverein. Die ausliegende Satzungsänderung wurde bei drei Enthaltungen genehmigt.

Ehrungen: Für 25 Jahre geehrt wurden Rosmarie Bernstein, Erika und Hubert Meier, Konrad Walter, Maria und Walter Christ, für 40 Jahre Gerhard Dietrich, Monika und Ludwig Haag, für 55 Jahre Ruth Rösch, Werner Sänger, Wolf-Ingo Wittig sowie für 50 Jahre Gemeinde-Mitgliedschaft Efringen-Kirchen (Bürgermeister Philipp Schmid) und Binzen (Bürgermeister Andreas Schneucker)

Mitglieder: 312, die im Schnitt 69,9 Jahre alt und zu 24 Prozent über 81 sind



Weiler Zeitung vom 25. Februar 2020 

Ein erfolgreiches Wanderjahr

WZ JHV 2020

Rosemarie Lange überreiche die Ehrenurkunden an Philipp Schmid, Andreas Schneucker, Rosemarie Bernstein und an Fritz Walter, der in Vertretung seines Enkels Konrad Walter gekommen war (von links). Foto: Rolf Rhein Foto: Weiler Zeitung

Zurück und voraus hat der Weiler Schwarzwaldverein bei seiner Jahreshauptversammlung am Sonntagnachmittag geblickt. Auch eine Strukturveränderung wurde thematisiert: Aus dem bisherigen Zusammenschluss einzelner Schwarzwaldvereins-Ortsgruppen wurde ein einziger Verein gebildet (siehe auch nebenstehenden Bericht).

Von Rolf Rhein

Weil am Rhein. Vorsitzende Rosemarie Lange begrüßte neben gut 100 Mitgliedern auch zahlreiche Vertreter befreundeter Vereine und Institutionen.

Wanderungen

In seinem Bericht über das vergangene Jahr bedauerte Wanderwart Hansjörg Aleth die zumeist aus Alters- oder Krankheitsgründen weiter zurückgehenden Teilnehmerzahlen bei den Wanderungen. Trotzdem sei es wieder ein schönes und erfolgreiches Wanderjahr gewesen. Mit 43 Fußwanderungen habe man die Zahl gegenüber dem Vorjahr sogar noch steigern können. Auch die beiden Wanderwochen, die nach Teneriffa und ins Allgäu führten, hätten den Wanderfreunden unvergessliche Eindrücke beschert. Bei den heimatlichen Touren sind insgesamt 925 Teilnehmer 403 Kilometer gewandert.

Radtouren

Eine feste Größe sind mittlerweile auch die Radtouren. Roland Christ freute sich über die stetig wachsende Zahl der Teilnehmer. 2019 nahmen 83 Radler an den veranstalteten fünf Touren teil, legten dabei insgesamt 697 Kilometer zurück und bewältigten im Schnitt 500 Höhenmeter pro Tour. Höhepunkt sei die zweitägige Tour in den Sundgau gewesen. Neu im Programm war eine Schneeschuhwanderung, die man wiederholen wolle.

Für das kommende Jahr sind erstmals sechs Sonntagstouren und eine Mehrtagestour geplant. Für alle Touren haben sich bisher schon 15 bis 20 Radler angemeldet. Die Mehrtagestour war innerhalb eines Tages ausgebucht.

Wanderwege

Zum Wandern gehören geeignete Wege. Um diese kümmert sich die Wegewartgruppe um Wege- und Naturschutzwart Otto Imgrund im Bereich Weil am Rhein, Rheinauen, Fischingen, Binzen, Eimeldingen und Schallbach. Im vergangenen Jahr beschäftigte sich die Gruppe in rund 95 Arbeitsstunden hauptsächlich mit der Kontrolle und Reparatur des insgesamt rund 90 Kilometer langen Gesamtwegenetzes und der 79 Wegweiser-Standorte.

Naturschutz

Im Bereich Naturschutz wurde an 30 Aktionen in Kooperation mit sechs verschiedenen Umweltorganisationen teilgenommen und dabei so mancher „ökologische Fußabdruck hinterlassen“, so Imgrund.

Über das Hauptprojekt „Biene Maja“ referierte zweiter Naturschutzwart Hermann Künzig. Dieses Projekt gliederte sich in die Bereiche 500 Blumentütchen für die Balkongärtner sowie Bienenweiden am Panoramaweg, dem Weiler Friedhof und an der Stettiner Straße. Außerdem wurde das alte Gewächshaus des Trinationalen Umweltzentrums im Dreiländergarten in ein „Grünes Klassenzimmer“ umgewandelt. Die Idee kam bei der Aufzucht einer Wildblumenmischung für nektarabhängige Insekten auf.

Die 500 Tütchen wurden mit je fünf Gramm Blumensamen gefüllt und an Balkongärtner verteilt. Das Anlegen der Bienenweiden sah anfänglich erfolgversprechend aus. Jedoch machte das aus Afrika stammende „Rampillkraut“, das ursprünglich zur Unkrautbekämpfung eingesetzt wurde, allen Bemühungen ein Ende (wir berichteten).

Weil am Rhein (rhro). Erstmals seit seiner Gründung vor 155 Jahren hat der Schwarzwaldverein seine Struktur entscheidend verändert. In einer im vergangenen Jahr in Baiersbronn stattgefundenen Versammlung, bei der die Vertreter aller Ortsgruppen zusammenkamen, wurde beschlossen, aus dem bisherigen Zusammenschluss einzelner Ortsgruppen einen einzigen Verein zu bilden. Auch die seit 92 Jahren bestehende Weiler Ortsgruppe des Schwarzwaldvereins wurde daher jetzt folgerichtig zum Ortsverein.

In der neuen Satzung steht als Leitbild: „Der Schwarzwaldverein setzt sich für die Natur, Landschaft, Kultur und Freizeitgestaltung im Südwesten Baden-Württembergs ein, wobei dem Wandern ein besonderer Stellenwert zukommt. Die Angebote aller Ortsvereine stehen allen Mitgliedern zu gleichen Bedingungen offen.“ Fazit: Die bisher weitgehende Selbstständigkeit der Ortsgruppen wurde zugunsten eines übergeordneten Gesamtvereins aufgegeben.

Weil am Rhein (rhro). Zur Kassenprüferin wurde Sabrina Blum gewählt. (für Bärbel Sänger).

Das Wanderehrenzeichen für erstmalige Teilnahme an mindestens 15 Wanderungen erhielten Sonja Klossek und Brigitte Warken. Für 25 Jahre Mitgliedschaft wurden geehrt Erika Meier, Hubert Meier, Konrad Walter, Maria Christ, Walter Christ und Rosmarie Bernstein; für 40 Jahre Ludwig Haag, Monika Haag und Gerhard Dietrich; für 55 Jahre Werner Sänger, Ruth Rösch und Wolf-Ingo Wittig. Für 50 Jahre Mitgliedschaft ihrer Gemeinden nahmen für Efringen-Kirchen Bürgermeister Philipp Schmid und für Binzen Bürgermeister Andreas Schneucker die Ehrung entgegen.

Vorsitz: Rosemarie Lange

Mitglieder: 312, Durchschnittsalter 69,9 Jahre

Kontakt: www.schwarzwaldverein-weil-am-rhein.de


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Weiler Zeitung vom 8. Januar 2020  (Badische Zeitung: fast gleicher Text ohne Bild)

Zwei Ortsgruppen unterwegs

Daur Hütte
Rund 100 Teilnehmer starteten gemeinsam ins Wanderjahr. Foto: zVg Foto: Roland Christ

Zum festen Bestandteil im Terminkalender des Weiler Schwarzwaldvereins gehört die Wanderung am Dreikönigstag zur Herman-Daur-Hütte nach Ötlingen. Seit fünf Jahren ist dies auch der erste Treffpunkt mit der Lörracher Ortsgruppe und für beide Vereine der Start ins neue Wanderjahr. Insgesamt haben rund 120 Mitglieder das schöne Wetter genutzt, um diese gemeinsame Veranstaltung zu besuchen, wie im Nachgang berichtet wird.

Zufrieden waren deshalb die beiden Vorsitzenden Rosemarie Lange (Weil) und Uli Nitsche (Lörrach) über die sehr gute Resonanz. Neben den Vereinsmitgliedern waren auch Gäste aus Basel und Sonntagswanderer mit dabei.

Treffpunkt für die Mitglieder aus Weil war der Lindenplatz in Alt-Weil. Von dort führte die eineinhalbstündige Route über den Tüllinger zur Daur-Hütte. Die Lörracher starteten in Tumringen, um von dort über das Käferholz zur Hütte zu gelangen.

Tatkräftige Helfer hielten für die Wanderer Glühwein, Neujahrsbrezeln, Dreikönigskuchen und Früchtebrot bereit. Diese Stärkungen wurden dankend angenommen. Nach einem gut zweistündigen Aufenthalt begaben sich die Wanderer wieder auf den Heimweg.

Mallorca
Foto und Text von Roland Christ

Wanderwoche auf Mallorca

In der ersten Märzwoche flog der Schwarzwaldverein Weil am Rhein mit 18 Teilnehmern zu einer Wanderwoche nach Mallorca. Für die Touren hatte Rosemarie Lange eine versierte Wanderführerin aus Basel engagiert, die seit ca. 30 Jahren Wanderungen auf Mallorca durchführt. Nach einem Einführungstag mit einer Rundwanderung bei Peguera, ging es am zweiten Tag nach Soller. Von einem Aussichtspunkt oberhalb von Soller wanderte die Gruppe im Tramuntana Gebirge an unzähligen uralten Olivenbäumen vorbei, Richtung Küste. Im Blick immer den höchsten Berg Mallorcas, den Puig Major. Nach einem kleinen Anstieg in eine Bergscharte, kam der Blick aufs Meer. Weiter führte der Weg auf dem schönsten Küstenpfad von Mallorca ca. 250 Höhenmeter über dem Meer nach Cala Tuent, wo der Bus wartete. Die Fahrt mit dem Bus, die Kehren von Sa Callobra hoch, mit dem berühmten Krawattenknoten, war ein gelungener Abschluss des Tages. Am dritten Tag ging es von S’Aracco nach Sant Elm. Von einem alten Wachturm, der aus der Piratenzeit stammt, hatte man einen herrlichen Blick auf die unbewohnte Felseninsel Sa Dragonera (Dracheninsel). Die Insel ist ein Naturschutzgebiet und nur per Boot von Sant Elm aus zu erreichen. Am 4. Tag stand eine etwas kleinere Wanderung mit Picknick am Strand bei Colonia de San Jordi, auf dem Programm. Am Freitag war teilweise Regen angesagt, so dass eine Rundtour in und durch Peguera mit Abstecher zu der wunderschönen Bucht Calo des Monjo, sowie dem Aussichtsturm Torre de Cap Andritxol anstand. Am letzten Tag hatte die Wanderführerin neben einer wunderschönen Wanderung zur Burgruine Aloro, noch eine Verpflegungsstation auf einem Landgut mit Lammschulter aus dem Holzofen, im Programm. Gut gestärkt ging es dann zurück zum Hotel. Die herrliche Woche auf Mallorca bei idealem Wanderwetter, endete am Sonntag mit einem richtig schönen Frühlingstag mit ca. 22 Grad. Die Teilnehmer freuen sich schon auf die Tour im Jahr 2021.

Badische Zeitung vom 2. November 2019
Wo Vielfalt war, ist nur noch ein Kraut

Unbekannte haben die im Sommer angelegte Wildblumenwiese fast zerstört – durch das Ausbringen von Samen der Ramtillpflanze

Aus der Wildblumenwiese auf dem Friedhof ist eine von Ramtillkraut überwucherte grüne Einöde geworden.

FOTOS: Hermann Künzig
Von Ulrich Senf
WEIL AM RHEIN. War es nur falsch verstandene Umweltliebe oder gar böse Absicht? Die Frage mag Hermann Künzig als ehemaliger Vorsitzender der Ortsgruppe des Schwarzwaldvereins und Mitinitiator der Aktion „Biene Maja hat Hunger“ nicht beantworten. Klar ist nur, dass Unbekannte einige der im Sommer angelegten Wildblumenwiesen fast zerstört haben – indem sie eine zusätzliche Pflanze aussäten: Das afrikanische Ramtillkraut, das als biologischer Unkrautvernichter sämtliche anderen Pflanzen verdrängt.

Noch im Juli hatten sich die Gemeinderäte bei einer Ortsbesichtigung auf dem Friedhof über die farbenprächtig blühenden Wildblumenwiesen gefreut und die Leitung der ehrenamtlichen Naturschützer gelobt. Auf mehr als 1000 Quadratmetern, rund 900 in zwei Parzellen auf dem Friedhof und rund 200 beim Hochhaus an der Stettiner Straße, waren zuvor Samen ausgebracht worden, die speziell aus heimischen Arten bestehen und damit den Bienen reichhaltig Nahrung geben sollten. Doch schon wenigen Wochen später war es mit der Freude vorbei. Da machte sich nämlich in kürzester Zeit, bedingt durch die Trockenheit, die anderen Pflanzen zusetzte, auf den beiden Anlagen auf dem Hauptfriedhof wie auch auf der privaten Fläche beim Hochhaus eine Pflanze breit, die alles andere zurückdrängte und nach und nach dafür sorgte, dass die Wildblumen abstarben.


„Ich bin völlig erschrocken, als ich darauf aufmerksam gemacht wurde“, erzählt Hermann Künzig, der sich auch von den Mitstreitern fragen lassen musste, was für eine Saatmischung er denn da angeschleppt habe. „Erst einmal ging es darum, herauszufinden, was das denn für ein Kraut ist, das alles verdrängt – und das war gar nicht so einfach“, berichtet der engagierte Umweltschützer und bekennende Bienenfreund, der schon seit Jahren die Aussaat solcher Wildblumenwiesen propagiert und tatkräftig unterstützt. Als dann feststand, dass es sich um das afrikanische Ramtillkraut handelt, wurden sofort Gegenmaßnahmen ergriffen. Um sicher zu gehen, dass sich das Kraut nicht weiter ausbreitet, wurde alles abgemäht und sogar mit einem Art Staubsauger Samen beseitigt. „Da war klar, dass unsere gesamte Arbeit für die Katz war“, fasst Künzig seine Enttäuschung zusammen. Das Kraut wird nämlich inzwischen als biologischer Unkrautvernichter und Gründünger eingesetzt, weil es die Eigenschaft hat, so schnell und dicht zu wachsen, dass heimische Pflanzen, die als Lichtkeimer auf Sonnenlicht angewiesen sind, sich gar nicht mehr entwickeln können und damit absterben.


Parallel machte sich Künzig auf die Suche nach den Ursachen. Dabei zeigte sich bald, dass es sich weder um verunreinigtes Saatgut handeln konnte, noch dass die Pflanze mit dem Humus eingeschleppt worden sein könnte – beides hätte nicht erklärt, warum das Ramtillkraut zeitgleich auf Flächen aufgetaucht ist, die mit verschiedenem Saatgut und mit verschiedenem Unterboden hergerichtet worden waren. „Von den Saatgutherstellern haben wir sogar eidesstattliche Erklärungen, dass die Mischungen einwandfrei waren“, erklärt Künzig.


Am Ende bleibt nur die Erklärung, dass „sich ein unbekannter Bienenliebhaber auf den Aussaatflächen zu schaffen gemacht hat und eine zusätzliche, nicht heimische Blumenpflanze ausgesät hat“, formuliert es Künzig. Der habe wohl „Gutes“ für die Honigbiene tun wollen, am Ende aber dafür gesorgt, dass die Bienen nichts mehr zu fressen finden. „Diese Pflanze ist für unseren ehrenamtlichen Naturschutz sehr schädlich“, fasst Künzig zusammen und appelliert an den Verursacher: „Lieber aktiver Bienenfreund: Ihr Blumengeschenk auf Kuckucksart wollen wir nicht, weil es unsere geplante Nachhaltigkeit zerstört! Kommen Sie zu uns und machen bei uns mit“, lädt er, nicht ohne ironischen Unterton, ein.


Arbeit gibt es genug: In Kürze soll nämlich neuer Samen – selbstverständlich von heimischen Wildblumen – ausgebracht werden. Die sollen hoffentlich auf Jahre hinaus mir ihrer Farbenpracht Freude bringen und Bienen als Futter dienen.



Weiler Zeitung vom 2. November 2019

Ramtillkraut macht sich auf Wildblumenwiesen breit

Natur : Verantwortliche, die Flächen für Insekten angelegt haben, ärgern sich über schädliche Aussaat

Weil am Rhein. Die Verantwortlichen der Naturschutzabteilung des WeilerSchwarzwaldvereins und der
ehrenamtlichen Gruppe „Stettiner Straße 7" sind enttäuscht, Ramtillkraut 1wie ihre ehrenamtliche Arbeit von sachunkundigen Leuten geschädigt oder sogar teilweise zerstört wird. Beide Gruppen hatten sich dieses Jahr unter großem Aufwand für Wildbienen und nektarabhängige Insekten sowie für aussterbende heimische Wildblumen eingesetzt und entsprechende Flächen auf dem Friedhof und an der Stettiner Straße angelegt.
  Nach der Aussaat hatte sich „ein unbekannter Bienenliebhaber" dort zu schaffen gemacht und eine zusätzliche, nicht heimische  Blumenpflanze ausgesät, heißt es in einer Mitteilung. „Er wollte bestimmt auf Kuckucksart zusätzlich etwas Gutes für Honig-Bienen hinzufügen" - und hatte das Ramtillkraut, eine in Afrika heimische Blu-menpflanze, nachträglich ausgesät. „Diese Pflanze ist für unsere ehrenamtliche Nafurschutzarbeit aber sehr schädlich", schildern Hermann Künzig vom Schwarzwaldverein und Hans Bund von der Arbeitsgruppe.
  Das afrikanische Ramtillkraut werde auch als Unkrautvernichter  eingesetzt, da es sehr schnell und sehr
dicht innerhalb von sechs Wochen praktisch auch ohne Wasser heranwachsen könne und somit langsamer wachsende Pflanzen überwuchere und ihnen das Licht wegnehme, so dass sie absterben müssen.
  Die Möglichkeit, dass das Kraut aus dem nachträglich eingebrachten Humus stammen könnte, sei sehr unwahrscheinlich beziehungsweise ausgeschlossen, weil auf den 200 Quadratmetern an der Stettiner Straße kein Humus hinzukam, heißt es weiter. „Das heißt, eine seit Jahren brachliegende Wiese wurde für die Aussaat vorbereitet, und das Ramtillkraut hat auch dort einen Großteil der gut entwickelten Wildblumenkultur überwuchert und absterben lassen."
  Die einjährigen Wildblumenpflanzen erreichen ihre Nachhaltigkeit durch Selbstaussaat nach der Samenreife. Die Samen fallen zu Boden und keimen durch die Feuchtigkeit. Danach seien sie abgestorben, weil ihnen das Licht durch das sehr schnell und dicht wachsende Ramtillkraut genommen wurde.

Kraut kommt in diesen Breitengraden nicht vor

  „Was auch für eine nachträgliche Kuckucksart-Aussaat spricht, ist, dass das afrikanische Ramtillkraut in unseren Breitengraden nicht zur Samenreife kommt", heißt es weiter. „Das Ramtillkraut ist einjährig und wird auch als Gründüngungspflanze eingesetzt, die wir aber für heimische Wildbienen wegen der feindlichen Nachhaltigkeit nicht brauchen können." Jegliche Nachdüngung sei unerwünscht. „Jeder, der etwas davon versteht, weiß: Je magerer der Boden, desto größer die Blütenpracht für die meisten nektarspendenden Wildblumen", so Künzig und Bund.
  Die Verantwortlichen fragen sich: „Warum müssen Unkundige als Verschlimmbesserer und als Kuckuck auf-treten und so kostspielige ehrenamtliche Tätigkeiten und weitere Motivationen zerstören?" Auf vergleichbare Art habe sich auch das als Plage auftretende Indische Springkraut verbreiten können.

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